Zwei Geburtstage und eine Grubenlampe

An vielen Stellen des Festivals hat uns die kurze Vorbereitungszeit zur Improvisation gezwungen. Und doch ereigneten sich während des Jubiläumsfestivals auch viele Dinge, die uns wichtig waren, es aber nicht in den notwendigen Fokus schaffen konnten.

Eine besondere Ehre war es für uns, dass wir einem ganz besonderen Geburtstagskind nun endlich (wenn auch nachträgich) zum 80. Geburtstag gratulieren durften: Herrn Manfred Mons, Mitbegründer und Vorsitzender des größten Jazzclubs in Westdeutschland. Er war Initiator und treibende Kraft für die vielfältigen Begegnungen zwischen Menschen aus Ost und West, zwischen dem Dresdner Dixiekand-Festival und dem Jazz im Ruhrgebiet. Nicht ohne Grund steht am Gemäuer des Mülheimer Jazzclubs "Dresden Tonne 620 km".

Coronabedingt musste auch er zwei Jahre auf das Festival warten – es sollte aber dafür ein nicht weniger herzlicher Empfang und Aufenthalt werden. Der Vorstand der Sächsischen Festival Vereinigung gratulierte Herrn Manfrad Mons zum Konzert im Kulturpalast Dresden. Aus Zeitgründen konnte in der Veranstaltung selbst keine Laudatio gehalten werden. Diese möchten wir nun hier veröffentlichen:


Ehrung Manfred Mons zum 80. Geburtstag

Dresden Tonne 620 km – so steht es am Gemäuer des Mülheimer Jazzclubs. Ein ungewöhnliches Hinweisschild mitten im Ruhrgebiet.

Ursache dafür ist die seit Jahrzehnten bestehende Freundschaft über alle politischen Systeme hinweg zwischen Musikern aus dem Westen Deutschlands und den, damals noch hinter dem Eisernen Vorhang lebenden Jazzfreunden in der ehemaligen DDR.

Manfred Mons, als Mitbegründer und Vorsitzender des größten Jazzclubs in Westdeutschland, war Initiator und treibende Kraft für die vielfältigen Begegnungen zwischen Menschen aus Ost und West.

1986, noch zu Zeiten des real existierenden Sozialismus, wurde – erfolgreich – versucht, über Leipziger Jazzfreunde und kommunale Kontakte bis in die kulturelle Staatsspitze in Ostberlin aufzunehmen. Nach 2-jährigen intensiven Verhandlungen gelang es im Mai 1988 das Leipziger Mainstream Quintett zu einer Konzertreise ins Ruhrgebiet zu verpflichten. Im Gegenzug spielte die Mülheimer Ruhr River Jazzband 1988 auf dem 18. Internationalen Jazzfestival in Dresden und so gelang auch der Brückenschlag zum Dresdner Jazzclub Tonne. Hier entstanden dann auch freundschaftliche Beziehungen zur Ostberliner Papa-Binnes Jazzband. Gerne erinnern wir uns zum Beispiel an eine spektakuläre Aktion im Jahre 1989, als am Jazzclub Tonne in einer nächtlichen Aktion ein Hinweisschild zum Mülheimer Jazzclub montiert wurde und die Volkspolizei erfolgreich nach Hause geschickt werden konnte. Am Tag der Maueröffnung befand sich die Mülheimer Ruhr River Band gerade mit ihrer befreundeten Papa Binnes Jazzband auf einer Konzertreise in Dresden und Berlin und konnte, völlig überraschend den Jubel über die Maueröffnung erleben. Im Gedenken daran wurde am 9 November 2019 zum 30. Jubiläum des Mauerfalls gemeinsam mit selbiger Band ein Gedächtniskonzert am Brandenburger Tor veranstaltet.

Etliche weitere abendfüllende Geschichten könnten noch berichtet werden, vielleicht noch eine:

Ein denkwürdiges Treffen fand am 30.April 1989 im Hause Mons statt: Mister Jazz Ost – das war Karl-Heinz Drechsel - traf Dr. Jazz West – das war Dr. Dietrich Schulz-Köhn gemeinsam mit Ulf Drechsel. Aus dieser Zusammenkunft entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit. Auf dem viele Jahre stattfindenden Mülheimer Jazzfestival war es immer wieder eine Freude für Manfred Mons, wenn er Musiker aus dem Osten begrüßen durfte, so zum Beispiel auch die Blue Wonder Band hier aus Dresden unter der Leitung von Professor Klaus Georg Eulitz, mit dem ihn seit Jahren eine persönliche Freundschaft verbindet.

Auch war und ist es dem Mülheimer Jazzclub ein Anliegen, dort wo Not ist, zu unterstützen und durch creative Veranstaltungen Hilfe zu leisten. So konnte zum Beispiel bei dem dramatischen Elbehochwasser 2002 durch eine Benefiz- Konzertserie ein vierstelliger Betrag für die Restaurierung eines Kindergartens in der Nähe von Dresden zur Verfügung gestellt werden. Für den Wiederaufbau der Frauenkirche wurde durch eine große Sammelaktion des Mülheimer Jazzclubs, ein beachtlicher Geldbetrag bereitgestellt.

Wir freuen uns, dass das Dresdner Dixieland Festival Dir als 1. Vorsitzenden des Mülheimer Jazzclubs seit seiner Gründung zu Deinem 80 Geburtstag eine besondere Ehre zukommen zu lassen möchte.

Leider viel zu kurz und zu schnell: Anmoderiert von Ulf Drechsel die Gratulation nachträglich zum 80. Geburtstag für Manfred Mons.


Überraschungspost von Manfred Mons:
"Für all Ihre Mühen möchte ich Ihnen mit dieser original-gefahrenen Grubenlampe noch einmal DANKE sagen, verbunden mit einem "Glück Auf" aus dem Ruhrgebiet für die Zukunft des Festivals."

HAUPTSPONSOR
MEDIAPARTNER

gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz
lhd amt41

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