Zum Hauptinhalt springen

Weltweit größtes und ältestes Festival für Traditional Jazz


54. INTERNATIONALES
DIXIELAND FESTIVAL

Dresden, 10. bis 17. Mai 2026

– Ein Rückblick –

Rückblick auf das 54. INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVAL Dresden

Dresden, Mai 2026: Acht Tage, die zählen

Wenn der Jazz die Stadt umarmt – ein Rückblick

Das Festival beginnt mit Konzerten. Aber es beginnt wirklich, wenn die Jazzmeile startet und die Stadt auf einmal an vielen Stellen gleichzeitig spielt. Dresden klingt dann anders als sonst. Voller. Lebendiger. Sich selbst ein bisschen ähnlicher.

Das 54. INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVAL Dresden ist Geschichte. Und es war gut.
Ja, wir zählen unsere Besucher, das ist die eine Seite. Die andere lässt sich nicht in Zahlen fassen: Fans und Besucher aller Altersgruppen, aus Dresden, Europa und aus Australien, Stammgäste und solche, die zum ersten Mal kamen. Sie alle haben uns gezeigt, warum dieses Festival existiert und warum es existieren muss. Dafür sagen wir Danke. Laut und von Herzen.

Die Zahlen, die hinter der Musik stehen

44 Bands und Solisten aus acht Nationen, 275 Stunden Live-Musik, 58 Bühnen, rund 300.000 Besucher bis Sonntagmittag. Die eintrittspflichtigen Konzerte nahezu ausverkauft. Wir sagen das nicht, um uns zu feiern, sondern weil es etwas über das Publikum aussagt: Traditional Jazz zieht. Er zieht Jung und Alt, Kenner und Neugierige, Ortsansässige und Weltreisende.

Das Wetter hätte an Himmelfahrt und Freitag freundlicher sein dürfen. Die Eisheiligen hinterließen ihre Spuren im Freiluftprogramm. Ab Samstag war die Jazzmeile an allen sieben Bühnen sehr gut besucht. Wir kennen das. Wir sind ein Freiluftfestival. Das gehört dazu.

Wenn der Einspringer den Abend stiehlt

Dan Popek übernahm kurzfristig die Konzerte der erkrankten Ladyva. Wir wussten, dass er gut ist. Wir hatten nicht erwartet, dass seine Abende so enden würden: mit Standing Ovations, mehrfach, an mehreren Abenden. Klassisch ausgebildet, im Jazz zu Hause, wechselte er mitten im Stück fließend zwischen großen Werken der Klassik und eigenen jazzigen Improvisationen. Auch sein Boogie-Woogie überzeugte restlos. Dan Popek hat eine Tür aufgestoßen, hinter der wir bestimmt noch mehr sehen werden.

Die Mama Shakers aus Frankreich waren beim zweiten Mal noch begehrter als beim ersten. Das Wiedersehen auf beiden Seiten der Bühne war spürbar herzlich. Genau solche Bands sind es, für die wir das Festival machen.

25 Jahre, 24 Stunden, eine Auszeichnung

Sunshine Brass aus Suhl erhielten bei der Open-Air-Gala in der Jungen Garde den Preis „Publikumsliebling des Festivals". Sie feierten im April ihren 25. Geburtstag, sind seit 2006 festes Ensemble des Festivals und standen in dieser Woche mehr als 24 Stunden auf Dresdner Bühnen. Als Stammbesetzung unserer Dixietram-Jazzrundfahrten haben sie die Stadt klingend erkundet, viermal, jede Fahrt schnell ausgebucht. Dass sie zum Publikumsliebling gewählt wurden, sagt alles und überraschte niemanden.

Die Jazzmeile, so weit sie reichen kann

2025 mussten wir die Jazzmeile auf ein Minimum reduzieren. In diesem Jahr stellte die Landeshauptstadt die Absperrungen selbst zur Verfügung. Das war die Voraussetzung dafür, dass die Jazzmeile bis zum Schlossplatz reichen konnte, erstmals.
Was dort passierte, hat uns gefreut: Internationale Touristen, eigentlich wegen Canaletto und Semperoper in der Stadt, blieben stehen. Lauschten. Blieben länger. Tanzten. Manchen war es der erste Kontakt mit Traditional Jazz überhaupt. Das ist genau das, wofür wir die Jazzmeile kostenfrei halten. Kultur gehört in die Stadt, nicht hinter Kassenaufsicht.

Die Premiere, die niemand wollte

Die Dixieland-Parade, seit 1978 der traditionelle Abschluss unseres Festivals, fiel 2026 erstmals aus. Nicht wegen fehlender Musik, nicht wegen fehlenden Willens. Sondern weil eine Antragstellung vom August 2025 im Mai 2026 behördlich noch immer nachjustiert wurde. Letzte Änderungswünsche erreichten uns wenige Tage vor Festivalbeginn. 
Was auf dem Stadtschreibtisch wie eine Nachbesserung aussieht, ist in der Praxis der Beginn einer Kaskade: Hinter jeder Parade steht ein Planungsgebilde, das Monate braucht und auf das man nicht in Tagen zugreifen kann. Dass eine Vorverlegung von 16:30 auf 16:00 Uhr wenige Wochen vor dem Festival noch möglich war, zeigt: Wir sind nicht unflexibel. Aber auch das hatte seinen Vorlauf.

Was stattdessen entstand, verdient trotz allem seinen eigenen Respekt. Der Förderverein Jazztradition Dresden e.V. lud zu einer Versammlung am Terrassenufer ein, zur selben Stunde, am selben Ort, mit Bands, die eigens für die Parade angereist waren. Das war kein Trost. Das war eine Aussage: Das Dixieland-Festival ist für Dresden ein internationales Aushängeschild. Kein aufgesetztes Kulturmarketing, sondern gewachsene Tradition mit echten Fans und einem Termin im Jahreskalender, lange bevor das Programm überhaupt gedruckt ist.
Wer das versteht, versteht auch, warum wir nicht einfach die Türen schließen.

Das ist kein Grund zur Bitterkeit, sondern Anlass für eine klare Haltung. Es braucht keinen größeren Aufwand, um ein Festival wie dieses besser vorbereiten und sicherer umsetzen zu können. Es braucht Vorlauf. Und es braucht Partner, die verstehen, was Veranstaltungsplanung benötigt. Dafür stehen fünf Punkte, die wir nicht als Forderung verstehen, sondern als Einladung:

  1. Fristen nach Veranstaltern – nicht nach Verwaltungskalender.
  2. Rechtzeitige Bescheide – Kultur und deren Planung braucht Verlässlichkeit.
  3. Eine Schnittstelle zwischen Stadt und Veranstalter – für kurze Wege und klare Zuständigkeiten.
  4. Dixieland ist eine nationale und internationale Visitenkarte Dresdens – und sollte auch so behandelt werden.
  5. Gefahrenabwehr ist hoheitliche Aufgabe – Verantwortung und Umsetzung liegen bei den zuständigen Behörden, nicht bei unserem Verein.

Was wir mitnehmen

Traditional Jazz ist keine verstaubte Musik für alte Leute. Das diesjährige Festival hat das eindrucksvoll belegt. Hochkarätige junge Bands und Solisten zeigen, dass der Stil bei jungen Menschen immer beliebter wird. Neue Formate öffnen Türen. Wir sind auf dem richtigen Weg.
Das 55. INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVAL DRESDEN findet vom 16. bis 23. Mai 2027 statt. Wir freuen uns auf Dresden. Wir freuen uns auf Sie.

 

Foto © Dietmar Wolf

INTERNATIONALES DIXIELAND FESTIVAL Dresden

Parade abgesagt – aber Dixieland gibt es jetzt erst recht!

Am Sonntag, den 17. Mai, ab 16 Uhr
zur selben Stunde, am selben Ort, mit den Bands, die für die Parade nach Dresden gereist sind, lädt der Förderverein Jazztradition Dresden e.V. zur Versammlung ein.